Untermoserhof

📍 St. Magdalena/Bozen · Gegründet 1630 · Familienbetrieb

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Geschichte und Familie

Der Untermoserhof wurde erstmals 1630 urkundlich erwähnt und ist tief mit der Südtiroler Weinbaukultur verwurzelt. Der Hof liegt in Untermagdalena, dem traditionsreichen Weindorf am nordöstlichen Rand von Bozen am Fuße des Ritten — einer der ältesten und renommiertesten Weinbaulagen Südtirols.

Heute führt die Familie Ramoser den Betrieb in der fünften Generation. Georg Ramoser entwickelte sein Verständnis für die autochthonen Rebsorten Südtirols beim Aufwachsen unter den Reben des Untermoserhofs und formte gemeinsam mit seiner Frau Margareth über Jahrzehnte den Charakter des Weinguts. Ihr Sohn Florian (geb. 1996) studierte Weinbau im Trentino und sammelte anschließend Erfahrung bei Luciano Sandrone in Barolo — einem der renommiertesten Erzeuger des Piemont. 2024 übernahm Florian offiziell die Betriebsleitung und ist seither sowohl Eigentümer als auch Kellermeister. Er verbindet das Erbe der Familie mit internationaler Expertise und einer klaren Vision: authentische Weine, die das Terroir von St. Magdalena kompromisslos widerspiegeln.

Weingüter und Lagen

5,5 Hektar Rebfläche verteilen sich auf drei Standorte: die Hauptlage in St. Magdalena bei Bozen (südausgerichtete Hanglagen auf 280–400 m), weitere Weinberge in Frangart bei Eppan und in Kaltern. Die Böden aus porphyrischem Verwitterungsgestein und Moränenablagerungen — lehmige Sandböden mit hohem Skelettanteil — speichern die Tageswärme und geben sie nachts wieder ab, ideal für Vernatsch und Lagrein.

Die Einzellage „Hofacker" am Fuße von St. Magdalena ist das Herzstück: Sandiger Quarzporphyr-Boden mit hohem Skelettanteil, bestockt mit bis zu 80 Jahre alten Reben — Zeitzeugen, die einen Lagrein von großer Tiefe hervorbringen. Diese Lage wird nur in den ausdrucksstärksten Jahrgängen separat als Hofacker Lagrein Riserva abgefüllt.

Die Rebstockdichte liegt bei 6.000–8.000 Stöcken pro Hektar mit einem jährlichen Arbeitsaufwand von 600–800 Stunden je Hektar — ein Zeugnis handwerklicher Intensität. Die Erziehung variiert je nach Rebsorte: Vernatsch steht klassisch in der Pergola, Lagrein wird im Guyot oder einer Mischung aus Pergel und Guyot erzogen.

Weinbau und Keller

Die Philosophie: „So wenig Eingriff wie möglich, so viel Authentizität wie nötig." — Handwerkliche Weinbergspflege ohne Herbizideinsatz seit vielen Jahren, minimale Interventionen bei der Vinifikation, geduldige Reifung im Keller. Florian setzt auf temperaturgesteuerte Gärung im Edelstahltank für die Basisweine und offene Gärbottiche mit hohem Ganztraubenanteil für die Spitzenselektion.

Der Ausbau ist klar gestuft: Der Basis-Lagrein reift 8 Monate im großen Eichenfass (2.500 l), die Riserva 12 Monate in 500-Liter-Tonneaux mit anschließender Assemblage im großen Holzfass, der Hofacker durchläuft 12 Monate Barrique/Tonneau, 6 Monate großes Holzfass und reift dann noch knapp 3 Jahre auf der Flasche — eine Gesamtreifezeit von fast vier Jahren. Der Neuholzanteil wurde in den letzten Jahren von 40 % auf rund 25 % reduziert, um die Frucht und das Terroir stärker in den Vordergrund zu rücken.

Produktion und Vertrieb

Das Sortiment konzentriert sich auf die autochthonen Kernsorten: Vernatsch (St. Magdalener classico, Hub & Leith) und Lagrein (Basis, Riserva, Hofacker Riserva), ergänzt durch Weißburgunder „Kardatsch", Chardonnay Riserva „Moraine", Blauburgunder Riserva „Kardatsch" und die Cuvée „Lehm & Kies" (Merlot/Cabernet Franc). Insgesamt umfasst das Sortiment 9 Weine bei einer Jahresproduktion von rund 35.000 Flaschen.

Der Vertrieb erfolgt ab Hof (Mo–Fr 9–12 und 14–18 Uhr, Sa nach Voranmeldung) sowie über ausgewählte Händler: Weinversand.de, Weinhandlung Drexler, Weindiele und Weinraum (DE), Mair & Mair und Riffeser (IT), Archetti (CH) und Schatzi Wines (USA). Einen eigenen Webshop betreibt der Untermoserhof nicht. Das Weingut ist Mitglied der Freien Weinbauern Südtirol (FWS), von FIVI (Italienische Winzervereinigung) und Roter Hahn.

🍷 Lagrein-Weine (3)

Hofacker Lagrein Riserva

Lagrein riserva 13,5 % vol Nur ab Hof / Allokation (nicht im freien Handel)

Die Essenz der Zeit: Nur in den ausdrucksstärksten Jahrgängen wird die Einzellage „Hofacker" separat abgefüllt. Die Trauben stammen von bis zu 80-jährigen Rebstöcken am Fuße von St. Magdalena. Mit einem hohen Anteil an Ganztraubengärung in offenen Bottichen und einer fast vierjährigen Reifezeit ist...

Rebsorte: 100 % Lagrein
Klassifikation: Südtirol DOC Riserva
Ausbau: Ganztraubengärung (> 60 %) in offenen Gärbottichen, 12 Monate Barrique/Tonneau, 6 Monate großes Holzfass, knapp 3 Jahre Flaschenreife
Lage: Einzellage „Hofacker", St. Magdalena, 320 m
Trinktemperatur: 18 °C
Passt zu: Rehrücken in der Kräuterkruste, Bistecca Fiorentina oder als Solist

Lagrein Riserva

Lagrein riserva 13,5 % vol € 26,50 / 0,75 l (2022, Weindiele)€ 32,95 / 0,75 l (2022, Weinversand.de)€ 34,00 / 0,75 l (Riffeser Shop)

Für den Lagrein Riserva werden die Trauben aus den älteren Rebbeständen der Lagrein-Parzellen in Rentsch und St. Magdalena verwendet. Der Wein reift geduldig 12 Monate in 500-Liter-Tonneaux und anschließend noch einige Monate im großen Holzfass. Das Ergebnis ist ein charakterstarker Rotwein, der die...

Rebsorte: 100 % Lagrein
Klassifikation: Südtirol DOC Riserva
Ausbau: 15 Tage Gärung im Edelstahltank, BSA und 12 Monate in 500-l-Tonneaux, dann einige Monate im großen Eichenfass (2.500 l) bis zur Abfüllung
Lage: Ältere Parzellen in Rentsch und St. Magdalena, 300 m
Trinktemperatur: 16–18 °C
Passt zu: Geschmorte Ochsenbäckchen, Wildgerichte oder dunkle Schokolade

Lagrein

Lagrein classico 13 % vol € 15,90 / 0,75 l (2023, Weindiele)€ 18,50 / 0,75 l (2023, Weinhandlung Drexler)€ 19,95 / 0,75 l (2023, Weinversand.de)

Der klassische Lagrein des Untermoserhofs fängt die jugendliche Energie der Sorte ein. Die Trauben stammen von jüngeren Reben in den Lagen Rentsch und St. Magdalena, wo sie auf warmen Porphyrböden ihre volle Frucht entfalten. Ein ehrlicher Südtiroler Wein, der durch hervorragenden Trinkfluss und dun...

Rebsorte: 100 % Lagrein
Klassifikation: Südtirol DOC
Ausbau: 10–12 Tage Gärung im Edelstahltank, BSA und 8 Monate im großen Eichenfass (2.500 l)
Lage: Rentsch und St. Magdalena, 350 m
Trinktemperatur: 16–18 °C
Passt zu: Herzhafte Fleischgerichte, Pasta mit Fleischragù oder mittelalter Käse

Besonderheiten

  • Einzellage „Hofacker" mit bis zu 80-jährigen Reben — nur in den besten Jahrgängen separat abgefüllt (erster Jahrgang: 2018, nur 1.300 Flaschen)
  • Herbizidfreier Anbau seit vielen Jahren (nicht zertifiziert bio)
  • Mitglied der Vereinigung Südtiroler Sekterzeuger (suedtirolersekt.it) — möglicherweise Sekt-Produktion in Planung
  • Mitgliedschaften: FWS, FIVI, Roter Hahn
  • Neuholzanteil in den letzten Jahren von 40 % auf ca. 25 % reduziert

Kontakt

Adresse
Untermagdalena 36, 39100 Bozen, Italien

Steckbrief

Rebfläche
5,5 ha
Produktion
ca. 35.000 Flaschen
Kellermeister
Florian Ramoser
Gegründet
1630
Besuch
Möglich ✓

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