Gruberhof

📍 Marling · Gegründet 1924 · Familienbetrieb

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Geschichte und Familie

Die Geschichte des Gruberhofs beginnt nicht mit Reben, sondern mit Holz. 1924 wurde das Gebäude an der Bergerstraße in Marling als Zwischenlager errichtet — für die Holzstämme, die am Marlinger Berg geschlagen und ins Tal gebracht wurden. Aus diesem nüchternen Lagerhaus entwickelte die Familie Gamper über Jahrzehnte einen Obst- und Weinbaubetrieb, der stetig wuchs. Wein spielte dabei von Anfang an eine große Rolle, die Leidenschaft dafür wurde von Generation zu Generation weitergegeben.

Der Wendepunkt kam mit Jakob Gamper. Schon als Achtjähriger erklärte er, Kellermeister werden zu wollen — inspiriert von seinem Onkel Leo. Was bei einem Kind wie ein Spiel klingt, wurde zum Lebensweg. Jakob absolvierte die Fachschule für Obst- und Weinbau Laimburg, anschließend die Oberschule für Landwirtschaft in Auer, studierte Önologie und Weinbau an gleich drei renommierten Institutionen — Geisenheim (Deutschland), San Michele all'Adige und Udine — und sammelte praktische Erfahrung in Kellereien der Toskana und in Deutschland. 2015 war es so weit: Jakob übernahm den Gruberhof und füllte seinen ersten eigenen Jahrgang ab. Der Kindheitstraum war Wirklichkeit geworden.

Weingüter und Lagen

Der Gruberhof liegt „in schönster Hanglage etwas unterhalb vom Waalweg in Marling" — dem berühmten Marlinger Waalweg, einer der beliebtesten Wanderrouten Südtirols, die entlang historischer Bewässerungskanäle durch Weinberge, Obstgärten und Kastanienhaine führt. Die 1 Hektar Rebfläche erstreckt sich über die typischen Moränenhügel des Meraner Raums auf Höhen von 300 bis 470 m.

Das Burggrafenamt bietet ein besonderes Klima: mild und mediterran beeinflusst, zugleich alpin frisch durch die nahen Dreitausender der Texelgruppe. Warme Tage und kühle Nächte sorgen für langsame Ausreifung, Fruchtintensität und lebendige Säure. Die Böden sind eiszeitliche Moränenablagerungen — kiesig, durchlässig, mineralisch —, die den Reben Stress auferlegen und dafür konzentrierte Weine belohnen.

Die Lagrein-Reben stehen in bester Südlage auf ca. 300 m — der wärmsten Zone des Hofs, ideal für die spätreifende autochthone Sorte. In höheren Lagen (bis 470 m) gedeihen die PIWI-Sorten Bronner und Souvignier gris, die von der Höhenlage und den Temperaturamplituden profitieren.

Rebsorten: Vernatsch und Lagrein (autochthon), Bronner und Souvignier gris (PIWI — pilzwiderstandsfähig), Merlot und Cabernet Sauvignon (international)

Weinbau und Keller

„Von der Rebe bis ins Glas" — dieser Leitspruch beschreibt nicht nur ein Ideal, sondern den Alltag auf dem Gruberhof. Jakob Gamper macht alles selbst: vom Rebschnitt über die Lese bis zur Abfüllung. Die große Liebe zur Natur bestimmt dabei jede Entscheidung.

Seit 1995 — also bereits 30 Jahre — wird der Hof nach Bioland-zertifizierten, biologisch-organischen Richtlinien bewirtschaftet und trägt das EU-Bio-Siegel. Als eines der ersten Bio-Weingüter Südtirols war der Gruberhof ein Pionier, lange bevor „Bio" zum Marketingtrend wurde. Was damals noch als Außenseitertum galt, hat sich als weitsichtig erwiesen.

Besonders bemerkenswert ist Jakobs Sortenstrategie: Er kombiniert bewusst autochthone Sorten (Vernatsch, Lagrein) mit PIWI-Sorten (Bronner, Souvignier gris) — pilzwiderstandsfähige Neuzüchtungen, die weniger Pflanzenschutz benötigen und damit die biologische Philosophie konsequent zu Ende denken. In einer Region, die zu Recht stolz auf ihre autochthonen Rebsorten ist, braucht es Mut, gleichzeitig auf das Neue zu setzen. Dass der Gruberhof-Bronner mit 91 PAR-Punkten und einer Goldmedaille beim Internationalen PIWI-Weinpreis 2016 ausgezeichnet wurde, gibt Jakob recht.

Der Lagrein reift 12 Monate in Barriques (neu und gebraucht), der Souvignier gris ebenfalls in Tonneaux und Barrique — bei einem Kleinstbetrieb mit einem Hektar eine beachtliche Investition in Qualität.

Produktion und Vertrieb

Aus einem Hektar Rebfläche keltert Jakob Gamper insgesamt 6 Weine — eine erstaunliche Vielfalt für einen Kleinstbetrieb: drei Weiße/Rosé (Bronner, Souvignier gris und Rosé — alle Mitterberg IGT), zwei sortenreine Rote (Vernatsch DOC und Lagrein DOC) und eine Cuvée (Merlot-Cabernet DOC).

Der Gruberhof ist Mitglied der Freien Weinbauern Südtirol (FWS), einem Zusammenschluss von 100 unabhängigen Weinproduzenten, die den gesamten Weg vom Weinberg bis zum Verkauf selbst kontrollieren — ein Qualitätsversprechen. Vertrieb läuft über Direktverkauf ab Hof (Mo–Fr 13:00–15:00 oder nach Vereinbarung), den Bauernmarkt Meran jeden Samstag an der Galileistraße und den Online-Händler Berggut Feinkost. Von November bis März nur nach telefonischer Vereinbarung. Wer den Hof besucht, kann freitags eine Kellerführung mit Verkostung buchen — maximal 25 Personen, € 17 pro Person, ganz nah dran am Winzer und seinen Weinen.

🍷 Lagrein-Weine (1)

Südtirol Lagrein DOC

Lagrein classico 14 % vol. € 18,99 / 0,75 l (Berggut)

*„Intensiv, dunkel und würzig — ehrlicher Biowein aus kleinstem Anbau."* Tiefes Dunkelrot mit violetten Reflexen, intensive Aromen von Brombeeren und Veilchen, Lakritze und feine Raucharomen im Hintergrund. Am Gaumen strukturiert, ausgewogen und mit seidigen Tanninen, die in einen langen, trockenen...

Rebsorte: Lagrein 100 %
Klassifikation: Südtirol DOC
Ausbau: 12 Monate Barrique (neu + gebraucht)
Lage: Südlage, Marling, 300 m
Trinktemperatur: 18 °C
Passt zu: Schmorgerichte, dunkles Fleisch, reifer Käse, Südtiroler Spezialitäten

Besonderheiten

  • **Bioland-zertifiziert seit 1995** — eines der Bio-Pionier-Weingüter Südtirols, aktuelles Etikett mit „25 Jahre Bio"-Jubiläumsemblem
  • EU-Bio-Siegel
  • Mitglied der **Freien Weinbauern Südtirol** (FWS)
  • Nur **1 ha Rebfläche** — Kleinstweingut mit Fokus auf Qualität
  • Hof seit 1924, Weingut unter Jakob Gamper seit 2015
  • PIWI-Sorten (Bronner, Souvignier gris) neben autochthonen Rebsorten
  • Kombination von Wein- und Obstbau
  • Lagen 300–470 m auf Moränenhügeln des Meraner Raums

Kontakt

Adresse
Bergerstraße 7, 39020 Marling, Italien

Steckbrief

Rebfläche
1 ha
Kellermeister
Jakob Gamper
Gegründet
1924
Besuch
Möglich ✓

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