Bergmannhof

📍 St. Pauls/Eppan · Gegründet 1851 · Familienbetrieb

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Wer durch die Weinberge von Eppan-Unterrain spaziert und den Blick über die Rebhänge zu den Dolomiten schweifen lässt, stößt auf ein kleines, feines Weingut, das seine Geschichte leise, aber selbstbewusst erzählt: den Bergmannhof.

Vom Träger zum Winzer

Die Geschichte des Bergmannhofs reicht bis ins 17. Jahrhundert zurück — so alt sind die ersten urkundlichen Erwähnungen des Hofes. Seit 1851 ist er im Besitz der Familie Pichler. Doch der entscheidende Wendepunkt kam erst über hundert Jahre später: 1978 fassten Großvater Karl und sein Sohn Josef einen mutigen Entschluss. Statt ihre Trauben weiterhin an die örtliche Genossenschaft zu liefern, begannen sie, eigenen Wein zu keltern und selbst zu vermarkten. Karl — nach dem heute der Spitzenwein des Hauses benannt ist — ging den Weg vom einfachen Träger zum eigenständigen Winzer. Eine Entscheidung, die den Bergmannhof für immer verändern sollte.

Drei Generationen unter einem Dach

Heute leben und arbeiten drei Generationen auf dem Hof: Mama Agata und Papa Josef, die den Grundstein legten, Johannes und Tanya, die das Weingut in die Zukunft führen, und Benjamin, der bereits die nächste Generation vertritt. Papa Josef war es, der einst die internationalen Rebsorten Chardonnay, Merlot und Cabernet Franc auf den Hof brachte — Johannes ergänzte später Weißburgunder und Blauburgunder. So wuchs das Sortiment organisch mit jeder Generation.

„Wir denken in Generationen, nicht in Ernten" — dieses Credo durchzieht alles, was am Bergmannhof geschieht.

Zwei Lagen, zwei Welten

Der Bergmannhof bewirtschaftet rund 4 Hektar Rebfläche an zwei grundverschiedenen Standorten:

Huberfeld (270 m ü.d.M.) — Die Hauslage in Unterrain/Eppan, geprägt von Lehm, Kalk und jeder Menge Stein. Diese Böden schenken den Weinen Struktur, Mineralität und Spannung. Hier wachsen die Roten: Lagrein, Vernatsch, Merlot und Cabernet Franc.

Gaid (800 m ü.d.M.) — Einer der höchsten Weinberge Eppans, hoch über dem Tal gelegen. In dieser kühlen, alpinen Lage gedeiht der Weißburgunder und entwickelt eine ganz eigene, frische Mineralität.

Biodynamisch und klimaneutral

Der Bergmannhof ist biologisch zertifiziert und geht konsequent den Weg der Nachhaltigkeit. Seit jeher setzt die Familie auf behutsame, gezielte Eingriffe im Weinberg — viel Handarbeit, reduzierte Erträge, Respekt vor der Natur. Im Keller wird mit Spontangärung, langen Hefestandzeiten, reduzierten Sulfiten und dem Verzicht auf unnötige Schönung und Filtration gearbeitet. Darüber hinaus ist der Bergmannhof als klimaneutraler Betrieb zertifiziert (myclimate, turntozero) — ein ungewöhnlich konsequenter Schritt für ein Weingut dieser Größe.

Elf Weine, jeder mit Namen und Geschichte

„Wein machen ist wie das Leben — jedes Jahr ist anders."

Jeder der elf Bergmannhof-Weine trägt einen eigenen Namen und erzählt eine eigene Geschichte: Karl ehrt den Großvater, Lina die Großmutter, Hoamet (Südtirolerisch für „Heimat") die tiefe Verbundenheit mit dem Ort, Kålch verweist auf die kalkigen Böden, und Eart — ein maischevergorener Weißwein aus der Tonamphore — steht für die erdige Seite des Überetsch.

🍷 Lagrein-Weine (2)

Karl Lagrein Riserva

Lagrein riserva 13,0 % vol. € 28,00 / 0,75 l (Jg. 2023, ab Weingut)

Das Flaggschiff des Hauses — benannt nach Großvater Karl, der 1978 den Weg vom Traubenlieferanten zum eigenständigen Winzer wagte. Ein kraftvoller, saftiger Lagrein mit tiefdunkler Farbe und intensiven Aromen von reifen schwarzen Beeren, Pflaumen und erdigen Noten. Am Gaumen dicht und strukturiert m...

Rebsorte: 100 % Lagrein
Klassifikation: Südtirol DOC
Ausbau: Riserva — 3 Wochen Maischegärung im großen Holzbottich, biologischer Säureabbau, 18 Monate Tonneau auf der Feinhefe, unfiltriert und ungeschönt abgefüllt, mind. 6 Monate Flaschenreife
Lage: Bergmannhof / Huberfeld, St. Pauls/Eppan, 270 m ü.d.M.
Trinktemperatur: 18 °C
Passt zu: Wildgerichte, Rinderbraten, gereifter Käse.

Lagrein

Lagrein classico 12,5 % vol. € 15,50 / 0,75 l (Jg. 2024, ab Weingut)

Der Einstiegs-Lagrein des Hauses — unkompliziert, saftig und mit klarer Frucht. Kürzer ausgebaut als der Karl, aber mit derselben Sorgfalt im Weinberg und Keller: Handlese, Holzfass-Gärung, biologischer Säureabbau. Ein Lagrein für jeden Tag, der zeigt, was die Lage Huberfeld kann.

Rebsorte: 100 % Lagrein
Klassifikation: Südtirol DOC
Ausbau: Maischegärung im großen Holzfass für 2 Wochen, biologischer Säureabbau, 8 Monate Ausbau im selben Eichenfass. Abfüllung Ende Mai 2025.
Lage: Bergmannhof, St. Pauls/Eppan, 270 m ü.d.M.
Trinktemperatur: 16–18 °C
Passt zu: Pasta Bolognese, Pilzrisotto, würzige Tapas, Fleischgerichte.

Besonderheiten

  • **Biologisch zertifiziert** und **klimaneutraler Betrieb** (myclimate, turntozero)
  • **Seit 1851** im Familienbesitz, eigenständige Weinproduktion seit 1978/79
  • **Drei Generationen** leben und arbeiten gemeinsam auf dem Hof
  • **Höchster Weinberg Eppans** auf 800 m (Gaid — Weißburgunder)
  • **Spontangärung**, unfiltriert, ungeschönt — konsequent naturnaher Ausbau
  • **Eart** — maischevergorener Weißwein aus der Tonamphore
  • **Kålch** — Merlot-Cabernet Franc mit 30 % Ganztrauben, spontanvergoren
  • Nur 3.752 Flaschen Karl Lagrein Riserva pro Jahrgang
  • Mitglied: Freie Weinbauern Südtirol (FWS), FIVI, Konsortium Südtirol Wein

Kontakt

Adresse
Unterrainerstraße 46, 39057 Eppan an der Weinstraße, Italien

Steckbrief

Rebfläche
ca. 4 ha
Produktion
ca. 11.000 Flaschen (Gesamtsortiment)
Kellermeister
Johannes Pichler
Gegründet
1851
Besuch
Möglich ✓

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